Schweriner Volkszeitung, SVZ, September 2020
(Dorfkirche Ruchow)

Ein Beispiel für die musikalische Verkündigung, Ehemalige Kreuzchorsänger in der Kirche zu Ruchow
Text und Foto von Brigitte Cramer - Eckernförde
Es grenzt schon an ein Wunder, dass trotz aller Schwierigkeiten durch die Coronakrise keins der diesjährigen Sommerkonzerte in der kleinen Kirche von Ruchow ausfallen musste. Und so hatte der Orgelverein unter Leitung von Stefanie von Laer, Vorsitzende des Fördervereins Historische Orgel zu Ruchow, zum letzten Konzert am Samstag, 19. September 2020 um 17 Uhr wie schon in den Jahren zuvor Herrn Dr. Klaus Holzweißig aus Dresden eingeladen. Er brachte diesmal für das Benefizkonzert zugunsten des Kirchenprojekts Ruchow seine ehemaligen Kreuzchorsänger, das Vokalensemble COLLEGIUM CANTICUM, mit. Es wurde 1975 als Männerstimmen-Doppelquartett gegründet und wird seit 45 Jahren von Dr. Klaus Holzweißig geleitet.
Collegium Canticum Dresden vor der Dorfkirche RuchowAn alles war schon im Vorfeld gedacht, um die Hygienevorschriften einzuhalten und einen sicheren Musikgenuss zu gewährleisten.
Das Programm umfasste geistliche und weltliche Vokalmusik des 16. bis 20. Jahrhunderts, teils a capella oder von Dr. Holzweißig auf dem Richborn-Positiv von 1684 bzw. auf der großen SchmidtOrgel von 1795 begleitet. Der Spannungsbogen reichte von der Frührenaissance über das Barock und die Romantik bis zur zeitgenössischen Musik und endete mit zwei Spirituals. Das Konzert stand unter dem Motto „Ich glaube, also rede ich“ - 2. Kor. 4,13 - und begann mit dem Chorsatz des österreichischen Hofkapellmeister Paul Hofhaymer „Ich habs im Sinn“ und drückt die Dankbarkeit des Glaubenden aus, die Dr. Holzweißig auch auf das Ensembles übertrug. Trotz kleinerer Besetzung boten die sechs Sänger anschließend mit dem Satz „Verbum caro factum est“ das Thomaskantors Hans Hermann Schein ein doppelchöriges Werk. Stimmgewaltig, aber ebenso modulationsfähig bis zum zartesten piano, beeindruckte das COLLEGIUM CANTICUM die Zuhörer.
Besonders ergreifend gestalteten sie den Chorsatz von Dr. Holzweißig „Bleib bei uns, Herr“ oder auch die von Rudolf Mauersberger, des ehemaligen Leiters des Dresdener Kreuzchores, vertonten „Zwei Gedenksprüche aus der Kreuzkapelle zu Mauersberg“ und das „Vater unser“. Diese beiden Stücke sangen und spielten sie zum Gedächtnis der Sängerin und Regisseurin Annette Jahns, Ehefrau eines Mitsängers, die eine Woche zuvor plötzlich verstorben war.
Sichtlich beeindruckt von der Schönheit der Musik wie den glanzvollen Stimmen des COLLEGIUM CANTICUMS einschließlich des Countertenors dankten die Zuhörer mit starkem Applaus und wurden zum Schluss mit einem Abendlied von den Sängern verabschiedet.
Das wunderbare Konzert als musikalische Andacht zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, der Musik als Verkündigung mehr Raum zu geben, um die Kirchen zu füllen.

Schweriner Volkszeitung, SVZ, September 2016
(Dorfkirche Ruchow)

Collegium Canticum aus Dresden begeisterte Publikum in der Dorfkirche Ruchow
von Ursula Prütz
Es waren wohl drei Dinge, die am Sonnabendnachmittag viel Publikum zum Konzert in die Ruchower Dorfkirche lockten. Ein Doppelquartett ehemaliger Kruzianer war angekündigt, das versprach musikalischen Hochgenuss, und dass Musik von Karl May zum Programm gehören sollte, machte neugierig. Außerdem bot sich für diejenigen, die das Festkonzert zur Einweihung der aufwändig restaurierten Orgeln der Kirche im Juni verpasst hatten, die Möglichkeit, nun deren Klang zu erleben.
Bei der Restaurierung der Ruchower Orgel 2014 in Dresden war der Kontakt zwischen Dr. Klaus Holzweißig und Stefanie von Laer geknüpft worden. Die Vorsitzende des Fördervereins „Historische Orgel zu Ruchow“ hatte in ihm nicht nur einen Sponsor, sondern auch einen leidenschaftlichen Orgelspieler und Freund der Musik gefunden. Er leitet das Vokalensemble „Collegium Canticum Dresden“, ein Doppelquartett ehemaliger Kruzianer, das am Sonnabend unter dem Titel „Ich seh den Himmelsglanz“ Vokalmusik aus fünf Jahrhunderten bot.
Kompositionen von Rudolf Mauersberger hatten die Sänger – in Verehrung für ihren ehemaligen Kreuzkantor – als Rahmen für ihr Programm gewählt. Schwebender Klang im Raum, Stimmen von der Empore und aus dem Altarraum, mit dem Adjutorium aus dem „Dresdner Te Deum“, boten sie gleich zu Beginn diesen besonderen Klangeffekt. Mit wunderschönen Chorsätzen von Thomas Morley, Giovanni Garibaldi (Anm. CCD: Gabrieli) und Heinrich Schütz gab es dann einen Abstecher in die Musikwelt der Renaissance und des frühen Barock. Dann erfuhr das Publikum, was Karl May ins Gefängnis Waldheim gebracht hatte und welche Wege zur Musik er dort fand.

Gießener-Allgemeine, Juni 2015
(Ev. Kirche Annerod)

Collegium Canticum Dresden gibt Konzert in Annerod
Foto und Text von Saskia Elisa Sophie Nagel

Collegium Canticum Dresden in Annerod»Es ist das erste Konzert einer kleinen Abschiedstournee«, bemerkte Pfarrer a. D. Rolf Klingmann nicht ohne Wehmut.
Unter der Leitung von Dr. Klaus Holzweißig widmet sich das Collegium Canticum – 1975 als Männerstimmen-Doppelquartett von ehemaligen Sängern des Dresdner Kreuzchores gegründet – der Interpretation von Vokalmusik für Männerstimmen. In seit nun 40 Jahren nur gering wechselnder Besetzung, wohlgemerkt. Eine Besonderheit in der Aufführungspraxis des Ensembles stellt dabei die Interpretation achtstimmiger Werke in solistischer Besetzung dar.
Das Repertoire umfasst neben Musik des Mittelalters, insbesondere der Heinrich-Schütz-Zeit, Motetten der Romantik sowie moderner Kompositionen auch Madrigale, sogenannte mehrstimmige Vokalstücke – eine Gesangsform der Renaissance. Werke dieser Epoche und der Romantik in ihrer originalen Klanggestalt zu repräsentieren, wird durch die Mitwirkung von Countertenören innerhalb des CCD möglich.
Mit »Herzlich tut mich erfreuen« des englischen Komponisten Thomas Morley (1558–1602) wurde der feierliche Abend in Annerod eröffnet. Nach »Das ist je gewißlich wahr« von Heinrich Schütz und einem wunderschönen Orgelstück – Bachs »Komm, Gott, Schöpfer, Heiliger Geist« – traten die Sänger von der Empore hinab vor ihr begeistertes Publikum. Haydns »Du bist’s, dem Ruhm und Ehre gebühret« rührte zutiefst. Mit wunderbar wohlklingenden Tenören und einem unaufgeregt untermauernden Bass kam die Akustik der Saalkirche klar akzentuiert zum Ausdruck. Ein sauberer A-cappella-Klang schwirrte durch den Raum. Erheiternd wirkten »Die Minnesänger« von Robert Schumann mit Heinrich Heines Text. »Zu dem Wettgesange schreiten Minnesänger jetzt herbei. Ei, das gibt ein seltsam Streiten, ein gar seltsames Turnei« rief vereinzelt erheiterte Resonanz hervor. Franz Biebls »Jubilate – Alleluja« unterstrich den festlichen Charakter des Abschiedskonzerts einmal mehr. Das Spiritual »Somebody is knocking« ließ das Ende einer wundervollen Performance erahnen.
Am Sonntag durfte sich die Gemeinde Annerod über einen erneuten Besuch des Collegiums im Zuge des Gottesdienstes freuen. Am Nachmittag traten die Dresdner Sänger auch in der evangelischen Kirche von Burkhardsfelden auf. Zwar entließ die Gemeinde ihre Künstler nicht wie von Klingmann gewünscht »ganz bedächtig«, sondern mit anerkennendem Applaus – das gesungene »Vaterunser« nach Rudolf Mauersberger vor dem Segen war aber auch zu schön. Eine zauberhafte Intonation mit überragendem Tenorsolo. Chapeau!

General-Anzeiger Bonn, Oktober 2013
(Kreuzkirche Bonn)

Auf der Suche nach der Zukunft, Collegium canticum Dresden im Konzert
von Fritz Herzog
Es rekrutiert sich aus den Männerstimmen des altehrwürdigen Dresdner Kreuzchors und besteht seit 1975: Das Doppelquartett „Collegium canticum Dresden“, um zwei auf insgesamt zehn Stimmen verstärkt, widmet sich A-cappella-Literatur vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Aufsehen erregten die Herren aus Sachsen mit ihrer CD mit Kompositionen des Winnetou-Erfinders Karl May, die jener in seinen Zuchthaus-Jahren verfertigte und die die tragikomische Existenz ihres Urhebers auch musikalisch bezeugen.
Zur „Musik in der Kreuzkirche“ allerdings ging’s alles andere als trivial zu: Unter dem Motto „Das Zukünftige suchen wir“ gab es Altes von di Lasso, Schütz, Schein, Buxtehude und Friedemann Bach, Romantisches von Mendelssohn-Bartholdy und Modernes von Mauersberger, Franz Biebl und von Klaus Holzweißig, Leiter des vokalen Collegiums. Dessen „Engelsgesang“ bezieht Spannung aus dem Kontrast von sphärisch intoniertem Ensemble-Refrain und rustikal wirkenden Solo-Shoutings. Und bei Bachs „Selig sind, die Gottes Wort hören“ werden die „S“-Anlaute gesäuselt.
Grundsätzlich aber wird makellos und tonschön – bis ins Falsett – gesungen, die Mehrstimmigkeit brillant abgebildet und auch komplexere, moderne Strukturen bleiben stets klar disponiert. Als abschließende Schmankerln gab’s ein swingendes „Stormy Weather“ sowie einen Ausflug in Spiritual. Stefan Horz hatte zwischendurch mit einem klangfarbenreich disponierten Orgel-Intermezzo für eine kurze Atempause beim Dresdner Collegium gesorgt.

Wedel-Schulauer, Pinneberger, Quickborner Tageblatt, Juli 2012
(Rolandkirche Wedel)

Sänger intonieren mit Bravour
von Thomas Krohn
Dass der Erfinder von Winnetou und Old Shatterhand nicht nur Abenteuerromane schrieb, sondern sich auch als Komponist betätigte, dürfte nur wenigen Liebhabern der Erzählungen über den Apachenhäuptling und seinen Blutsbruder bekannt sein. Karl May, gebürtiger Sachse, hat im Gefängnis von Waldheim vier- bis achtstimmige Männerchorwerke verfasst. Diese und andere Informationen erhielten die knapp 100 Besucher der Rolandkirche während des Konzerts des "Collegium Canticum Dresden".
"Ich hebe meine Augen auf" lautete der Titel des Programms, das das neunköpfige Gesangsensemble unter der Leitung von Klaus Holzweißig am Wochenende in dem Gotteshaus in Wedels Altstadt präsentierte. Die Sänger aus Sachsen, ehemalige Mitglieder des Dresdner Kreuzchors, gründeten die Gruppe 1975 und sind seitdem in gering wechselnder Besetzung zusammen. Ihr Schwerpunkt gilt der Kirchenmusik. Auslandsreisen führten in die Schweiz, nach Österreich und Italien.
Gleich zu Beginn des Konzerts in der Rolandkirche wurde deutlich: Hier sind Könner am Werk. Einfühlsam und mit viel Verstand für die Nuancen der Kompositionen intonierte der Chor Sätze unter anderem von Samuel Scheidt, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johann Sebastian Bach und eben von Karl May.
Zwischendurch erfuhren die Zuhörer Wissenswertes über die Komponisten, etwa, dass Heinrich Schütz (Anm. CCD: Rudolf Mauersberger) mehr als 40 Jahre das Amt des Kreuzkantors in Dresden ausübte und damit als der am längsten gediente Kirchenmusikleiter in der sächsischen Hauptstadt gilt. Insgesamt war es ein abwechslungsreiches Konzert, für das sich die aufmerksamen Zuhörer am Ende mit viel Beifall bedankten.